Sprache

Sprache

Sprache ist das zentrale Mittel für Menschen, Beziehungen zu ihrer Umwelt aufzubauen und diese dadurch zu verstehen. Von besonderer Bedeutung ist dabei das soziale Umfeld. Über die Beziehung zu besonders vertrauten Personen wird Sprache von Geburt an erworben, über Sprache bildet das Kind seine Identität aus und entwickelt seine Persönlichkeit. Durch die große Relevanz vertrauensvoller Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen Bezugspersonen für das Erlernen von Sprache und die Bedeutung der Sprache für den Aufbau von Beziehungen spielt die erste Sprache (Muttersprache oder Familiensprache*) eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Persönlichkeit. Ihre sichere Beherrschung durch das Kind und ihre Akzeptanz in seinem sozialen Umfeld sind deshalb wichtige Voraussetzungen für alle darauffolgenden Schritte der kindlichen Entwicklung und des Lernens.

Der zentralen Bedeutung der Sprache muss ihre Rolle in allen konzeptionellen Überlegungen zur pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen entsprechen. Die Sprachförderung der Kindertagesstätten beginnt deshalb bereits beim Eintritt des Kindes in die Einrichtung. Sie setzt an den vorher erworbenen, bereits vorhandenen Aneignungsweisen und Kompetenzen der Kinder an und wird als zentrale und dauerhafte Aufgabe während der gesamten Kindergartenzeit verstanden. Möglichkeiten des Übens und Verwendens der deutschen Sprache sind Bestandteil der alltäglichen Sprachförderung. Sie ist gegebenenfalls durch spezielle Sprachförderangebote zu ergänzen.

* Familiensprache meint die vorherrschende Sprache mit der ein Kind aufwächst. Dieses ist nicht unbedingt mit der Muttersprache identisch.

(Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz 1. Auflage 2014, S. 53 – 54; 3.2 Sprache)

 

Die Kinder erhalten bei uns die Möglichkeit,

zu erfahren und zu entdecken, dass Sprache eine wichtige Funktion als Medium der Kommunikation und Zuwendung ist.

  • Wir geben emotionale Zuwendung, die wir in Sprache ausdrücken.
  • Wir hören den Kindern zu und schenken dem Gesagten Beachtung
  • Wir fördern das aktive Zuhören der Kinder.
  • Es wird auf sprachliche Verniedlichung verzichtet.
  • Wir nutzen alle geeigneten Situationen im Alltag, die Kinder zum Sprechen anzuregen, sie dazu zu ermuntern, sich mit ihren Wünschen, Gefühlen und Erlebnissen mitzuteilen.
  • Durch den Dialog über Themen und Sachverhalte, die das Interesse des Kindes wecken, regen wir die sprachliche Aktivität der Kinder an.
  • Die sprachliche Leistung der Kinder wird von uns wertgeschätzt.
  • Wir arbeiten intensiv mit sprachbezogenem Material (Bücher, Bilder, Erzählen von Geschichten …)

zu erfahren und zu entdecken, dass Sprache aus einzelnen Lauten besteht, die man voneinander unterscheiden kann, und Lust am Artikulieren zu entwickeln.

  • Spiele mit Sprache und Lauten in Reimen, Quatschlieder etc. sind in den Alltag integriert.
  • Wir unterstützen die Kinder kontinuierlich in der Erweiterung und Ausdifferenzierung von Wortschatz, Begriffsbildung, Lautbildung, Pluralbildung und Satzbau.
  • Wir unterstützen die Kinder beim Entdecken des Regelsystems von Sprache.

zu erfahren und zu entdecken, dass es viele verschiedene Sprachen gibt, die alle die gleiche Funktion erfüllen, und Lust am Lernen einer anderen Sprache zu entwickeln.

  • Wenn möglich versuchen wir Begegnungen mit Menschen einer anderen Mutter- bzw. Familiensprache zu ermöglichen.
  • Wir zeigen auf, dass es verschiedene Bezeichnungen für eine Sache gibt.
  • Wir vermitteln einen respektvollen Umgang mit anderen Sprachen, Sprachgewohnheiten und Dialekten und die Wertschätzung der unterschiedlichen Erstsprachen der Kinder und Familien.

zu erfahren und zu entdecken, dass Sprache auch in schriftlichen Symbolen ihre kommunikative Funktion erfüllen kann, und Interesse am Schreiben zu entwickeln.

  • Es wird das Schriftbild in die räumliche Gestaltung mit einbezogen.
  • Wir unterstützen das aktive Interesse des Kindes an Schriftsprache.

 

Dies geschieht mit dem Ziel,

dass Kinder bis zum Eintritt in die Schule aktiv und passiv an einem Gespräch auf Deutsch teilnehmen und einer Erzählung oder einer vorgelesenen Geschichte auf Deutsch folgen können.

(Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz 1. Auflage 2014, Auszug aus S. 56)

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